Design für die Zukunft. Recap vom 13. März 2020.

FIm Rahmen der Munich Creative Business Week im März 2020 inspirierte das FUTURE FORUM by BMW Welt mit zwei Live-Formaten zum Thema Design und Nachhaltigkeit. DesignerInnen spielen eine tragende Rolle in der Gestaltung unserer Zukunft. Bereits im Designprozess werden Anforderungen und Potentiale für Produktions-, Konsum- und Wiederverwertungskreisläufe festgelegt. Die Gestaltung eines Produkts bestimmt in großen Teilen dessen ökologischen Fußabdruck. DesignerInnen, die sich dieser Verantwortung bewusst sind, können durch bewusste Produktgestaltung und Materialwahl die CO-Bilanz und Recycelbarkeit des Produkts positiv beeinflussen.
 

Design für die Zukunft: Das Auto als Wohlfühlort
Im zweiten Vortrag der Eventreihe Game-Changers in Sustainabilty gewährte Charlotte Kanters, Designerin Material- und Farbdesign BMW i, einen exklusiven Einblick in ihren kreativen Gestaltungsprozess. „Wenn man über die Zukunft nachdenkt, oder andere Visionsfahrzeuge sieht, zeigt sich oft ein sehr kühles Design. Das wollten wir beim BMW Vision iNEXT und beim BMW i3 Urban Suite explizit nicht. Wir wollten ein positives und sehr warmes Interieur gestalten. Das Auto der Zukunft soll ein Wohlfühlort sein, in dem man gerne lange verweilen möchte“, so Charlotte Kanters. Es stellt sich also die Frage, wo fühlen wir uns wohl?

Der kleinste gemeinsame Nenner ist bestimmt das eigene Wohnzimmer. Durch die bewusste Auswahl von Farben, Materialien, Möbeln und Kunstobjekten machen wir unser Wohnzimmer zu unserem persönlichen Wohlfühlort. Die wohl am kunstvollsten eingerichteten Wohnzimmer finden wir in modernen Boutique Hotels. Deshalb dienten diese als Inspirationsgrundlage für das Design des BMW Vision iNext und des BMW i3 Urban Suite. Im Innenraum des BMW Vision iNext wurde ein aufwendiger und multifunktionaler Jacquard verarbeitet. Da dieser sehr traditionelle Stoff in der Automobilbranche eigentlich keine Verwendung findet, wurde der Stoff in Zusammenarbeit mit einer kleinen Manufaktur  gestaltet und produziert. Jacquard ist ein besonderer Stoff, weil die Verwendung von Farben, im Gegensatz zur Herstellung anderer Stoffe, nicht beschränkt ist. Das eröffnete einen großen Möglichkeitsspielraum spannende Farbverläufe und Flottierungen zu kreieren und dadurch eine Art 3D-Effekt im Stoff zu erzeugen.


Materialwelten der Zukunft: Romantik trifft auf ShyTech
Zur Farbwahl ließen sich die DesignerInnen von der Romantik inspirieren. Die Zeit nach der industriellen Revolution, in der die Menschen sich von neuen Techniken abwandten und sich wieder zurück auf die Natur besannen. Um eine Symbiose aus alter und neuer Welt zu verbildlichen, wurden Farben auf eine pixelig anmutende Weise verwoben und LED-Lichtpunkte eingearbeitet, die den traditionellen Jacquard in einen Shy Tech-Stoff verwandeln. „Technologie ist unglaublich wichtig und birgt viel Potential. Aber wir wollen nicht überall Displays sehen. Deshalb haben wir die Technologie so integriert, dass sie anwesend ist wenn man sie braucht, aber nicht ständig sichtbar ist. Das nennen wir Shy Tech“, so Kanters. Auch an anderen Stellen im Interieur finden sich aus dem Wohnzimmer entlehnte Designelemente. Die Mittelkonsole im BMW Vision iNext wurde beispielsweise wie ein Coffeetable designt, mit einem bunten Glaskristall als Mittelelement, dessen Lichtbrechung sich im ganzen Fahrzeug streut.

Auch der BMW i3 Urban Suite gibt uns einen Vorgeschmack auf die Zukunft. Im Rahmen der CES in Las Vegas wurde eine kleine Flotte an BMW i3 zu Chauffeur-betriebenen Fahrzeugen umgebaut. Auch hier lag die Kerninspiration in der Ästhetik moderner Boutique Hotels. Die Erfahrung zeigt, dass Chauffeurdienste oft nur von einer Person genutzt werden. Deswegen wurden die übrigen Sitze aus dem hinteren Bereich des Fahrzeugs entfernt, um mehr Komfort für den Einzelgast zu schaffen. Die unterschiedlichen Elemente im Innenraum des Autos wurden je nach Funktion als spezielle Möbelstücke betrachtet: Der großzügige Lounge-Sitz ist an der Seite von einem Holztisch mit Nachttischlampe eingerahmt.

 

Die Zukunft ist nachhaltig: Kreislaufwirtschaft und Rezyklate
Natürlich ist nicht nur die Ästhetik zukunftsweisend, sondern auch die verwendeten Materialien: Eine Kombination aus recycelten, recycelbaren und natürlichen Materialien. Das verwendete Textil ist zu 100 Prozent rezykliert. Es wurde ausschließlich zertifiziertes Eichenholz verwendet, das nicht lackiert, sondern mit Öl eingelassen ist und so dem Fahrgast das Material auf natürliche Weise erfahrbar macht. Und auch das olivengegerbte Leder vermittelt eine besonders natürliche Haptik. Der Star unter den recycelbaren Elementen ist die Fußmatte: BMW hat es geschafft eine Fußmatte zu entwerfen, die sich nur aus einem einzigen Material zusammensetzt. So kann aus die Fußmatte nach Ende der Nutzungsphasewieder in Garn zurückgeführt werden und das Material so in der Kreislaufwirtschaft erhalten bleiben. 


Game Changers in Sustainability.